Schlosspark Mosigkau - vom Rokoko zum Landschaftsgarten

Das Schloss Mosigkau zählt zu einem der letzten noch vollständig erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands.
„Mosigkau ist der architektonisch vollkommenste Bau aus dem Rokokozeitalter in Anhalt“
(Zitat: Ludwig Grote, deutscher Kunsthistoriker aus Halle an der Saale). Schloss und Park wurden in den Jahren 1752 bis 1757 inmitten des Dorfes Mosigkau, welches nahe des Gartenreichs Dessau-Wörlitz liegt, gebaut. Heute zählt es zu den Kulturdenkmälern Sachsen-Anhalts und ist Teil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs, dessen Kulturlandschaft Ende 2000 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.
Fürst Leopold von Anhalt-Dessau erstand im Dorf Mosigkau ein Gut mit umliegenden Ländereien und schenkte dies seiner Tochter Anna Wilhelmine. Durch die finanzielle Unterstützung des Vaters gelang es Tochter Anna Wilhelmine diese Sommerresidenz in eine glanzvolle Lustschlossanlage im Stile des Rokoko umzubauen.
Die Gebäude- und Gartenanlagen sind von einem ländlichen Charme gezeichnet. Die zweigeschossige Dreiflügelanlage wird von einem axial ausgerichteten Garten umgeben, während die Einflüsse der französischen Architektur nach dem „maison de plaisance“ dem Gebäude Leichtigkeit und Intimität verleihen. Im Garten des Lustschlosses wurden Feste veranstaltet, sowie in den Heckenquartieren sowie im Irrgarten gespielt.
Nicht nur das Schloss schmückte sich mit im Geist der Zeit typischen Details, wie einer üppigen Gemäldesammlung, auch im Garten legte man ein Heckenlabyrinth und eine Kegelbahn im Stile des Rokoko an. Skulpturengruppen trugen zur Ausschmückung des Gartens bei. In der Gartengestaltung wurden symmetrische Grundachsen, wie es im barocken Zeitalter typisch war, beibehalten. So wurde zum einen der Bachlauf begradigt und vor der Gartenfront des Schlosses entstand ein dreiteiliges Lustparterre in symmetrischer Ausrichtung zur Hauptachse. Die dort angelegten Broderieparterres (Schmuckbeete mit symetrischen Formen) wurden aus Buchsbaum und Blumen gestaltet. Mittig angeordnet entstand ein von Rasenflächen umgebendes achteckiges Fontänenbecken und südlich ein Boulingrin (Rasenfläche für das frz. Boulespiel). Es wurden Lustparterre angelegt, trassierte grün-weiße Laubengänge und Pavillons. In einer geschnittenen Heckenlaube wurde zum Kegeln und Fortunenspiel eingeladen. Ein kleines Häuschen, dass so genannte Chinesische Haus, wurde errichtet, in dem die Damen ihren Tee einnahmen. Am Ende des Hauptweges entstand ein Irrgarten. Im östlichen Gartenteils hingegen wurde ein Nutzgarten für Küchenkräuter und Obstbäume angelegt.
Hervorgerufen durch das neue eintretende Naturempfinden begann man ab dem Jahre 1805 mit der Umgestaltung des Mosigkauer Gartens hin zu einem englischen Landschaftspark. Der Garten wurde mit 150 seltenen Orangeriebäumchen geschmückt, die im Winter in den eigens dafür vorgesehenen Orangerien untergebracht wurden.
Noch heute finden Konzerte und Orangerie-Ausstellungen in den Sommermonaten statt. Der Garten ist das ganze Jahr über geöffnet, während das Schloss nur mit einer Führung zu besichtigen ist. Im Schloss selbst befindet sich ein Museum.
Quellen
- WEISS, Thomas: Das Gartenreich Dessau Wörlitz. Kulturlandschaft an Elbe und Mulde, 5. Auflage, L&H Verlag, 2009
- DAUER, Horst: Schloss Mosigkau, 1.Auflage, Seemann Verlag, Leipzig 1987